
15.12.2008 Kriminalpolizei zu Besuch bei der Senioren Union Bad Soden
„Schutzlos im Alter“, Umgang mit der Einbruchskriminalität
Im Rahmen der von der Senioren Union der CDU veranstalteten Vortragsreihe „Schutzlos im Alter“ war am 26.11.2008 Herr Helmut Döring, Kriminalhauptkommissar, Polizeipräsidium Westhessen, eingeladen. Er berichtete und informierte über das breitgefächerte Spektrum der Alltagskriminalität, wie die Trickkriminalität an der Haustür, dem „Enkel-Trick“ und Tricks durch windige Geschäftemacher.
Schwerpunkt seiner Ausführungen war die Einbruchskriminalität. Der „ungebetene Gast“ mit Rucksack und Taschenlampe oder wie in Film und Fernsehen oft dargestellt, gehört eher in das Reich der Fabeln. Heute ist der Einbrecher in seiner Vorgehensweise sehr praktisch veranlagt, er ist mobil, sein Handwerkszeug besteht in einem Schraubendreher. Er kundschaftet die Chancen für einen Einbruch unauffällig und sorgfältig aus, legt den Ablauf des Eindringens fest und beginnt. Unabhängig davon, ob er fündig wird oder nicht, immer bedeutet ein durchwühltes Zuhause für den Betroffenen einen schweren psychischen Schock.
Daher ist es wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger in ihrer Wahrnehmung sensibilisiert sind und in ihrer Alltagsroutine bestimmte Vorsichtsmaßnahmen einbauen. Hierfür stellt die Kriminalpolizei schriftliches Material zur Verfügung und berät auch gerne vor Ort. Während des Vortrages wurde deutlich, dass das Grundmuster für Einbrüche immer dasselbe ist. Wenn es nicht gelingt innerhalb von 3 Minuten ins Innere des Hauses oder einer Wohnung zu gelangen, wird der Einbrecher in der Regel sein Vorhaben abbrechen. Die Verweildauer am „Objekt“ beträgt höchstens 15 Minuten. Somit befindet sich der Einbrecher unter höchstem Stress und ist stets auf dem Sprung. Daher wäre es sehr gefährlich, sich ihm in den Weg zu stellen. Auch wenn er Geld, offen auf dem Tisch liegend, findet wird es ihn nicht abhalten weiter nach anderen Wertsachen zu suchen. Im Laufe des Vortrages wurden verschiedene mechanische Sicherheitsvorkehrungen vorgestellt, die von den Herstellern nach einer Beratung durch die Polizei eingebaut werden können. Hier handelt es sich z.B. um einbruchhemmende Fensterelemente, zu verriegelnde Rollläden und abhebsichere Gitterroste.
Fazit der Veranstaltung: Wachsam sein, Nachbarschaftskontakte pflegen, im Mehrfamilienwohnhaus die Haustür abschließen (nur so ist gewährleistet, dass im Schadensfall die Versicherung zahlt). Dem äußerst interessanten Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an.

